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Ronny Meyer: Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip

Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip:
Kellerbau und Dämmung der Außenwand

Ronny MeyerDer Darmstädter Bau-Ingenieur Ronny Meyer und TV-Moderator zeigt in seinem neuen Buch „Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip“ wie einfach energie­effizientes Bauen ist. Hier stellen wir nun weitere nützliche Tipps aus diesem Buch vor.

Der Keller

Bei der Fertigstellung des Kellers sind einige elementare Details zu beachten, Die Kellerdecke muß zum Beispiel auf Spezial-Dämmstreifen aufliegen (Neopren-Band).So gleicht man eventuelle Unebenheiten in der Mauerkrone aus. Es können keine Spannungen entstehen. Rissbildung im Mauerwerk wird verhindert.

Anbringung der KellerdeckeNach dem Verlegen der Decke wird der umlaufende Ringanker mit gedämmten Deckenrandsteinen ausgeführt (vermeidet Wärmebrücken), Weiterhin baut man alle Wanddurchgänge (Wasser, Strom, Erdwärmetauscher, Wärmepumpenanschlüsse) noch vor dem Abdichten der Außenwände ein.

Beim Auftragen der Bitumen-Dickbeschichtung die Hohlkehle besonders sorgfältig bearbeiten. Als „Hohlkehle“ bezeichnet man den Bereich ganz unten zwischen Mauerwerk und Fundamentvorsprung. Dort darf sich später kein Wasser sammeln, Deshalb wirkt die Hohlkehle wie eine Rutschbahn, die anfallendes Wasser vom Haus wegführt.

Dämmung der Außenwand

Auftragen der Bitumen-Dickbeschichtung Auftragen der Bitumen-Dickbeschichtung Wenn es dann an die Dämmung der Außenwände geht, muss ein lückenloser Übergang zwischen Bodenplattendämmung und Wanddämmung entstehen. Auf dieser „Dämmpackung“ stehen die Wonddämmplatten (Perimeterdämmung), Auch wenn es im Baugrubenarbeitsraum eng ist; Wer hier nicht ordentlich arbeitet hat verloren.

Achtung: Zwischen Dämmplatten und Bitumen-Dickbeschichtung dürfen keine Mörtelreste, Bauabfälle oder sonstiger Unrat gelangen (das würde die Dickbeschichtung beschädigen).

Decke, Dichtung, Dämmung

Decke, Dichtung, Dämmung. Das sind die nächsten Schritte. Das Schöne bei Fertigteildecken: Man braucht keinen stützenden Unterbau. Auf die Mauerkrone kommen als Deckenauflager Spezial-Dämmstreifen (Neopren-Band: gleicht eventuelle Unebenheiten aus). Die großen Deckenplatten liegen dann überall vollflächig auf (vermeidet Spannungen und Rissbildung in der Wand). Das alles geht zügig, spart Zeit und ist Teil unserer Philosophie.

Im Deckenverlegeplan sind alle Fertigteile mit Nummern gekennzeichnet. Die Helfer gehen in Position und nehmen die Platten in Empfang. Immer darauf achten, dass die Auflagerflächen eingehalten werden (meist 8 bis 10 Zentimeter). Vorsicht: Noch dienen nur die schmalen Mauern als Standfläche (Unfallgefahr!). Kommen wir erneut zum Thema „Bauen mit Facharbeitern“ (ordentliche Lohnkosten, Zeitersparnis, beste Qualität, Freude am Bauwerk): Fertigteiltreppen erfüllen diese Anforderungen. Treppen auf der Baustelle schalen, bewehren und betonieren ist mühsam und zeitintensiv. Im Fertigteilwerk werden die Treppen wetterunabhängig in jeder Form millimetergenau hergestellt. Das Verlegen auf der Baustelle dauert nur wenige Minuten.

Ringanker

Jetzt geht‘s an die „Restarbeiten“: Wir bauen einen Ringanker. Die Arbeitsschritte: Über allen tragenden Wänden zwei Lagen Stabstahl ausrichten (meist 12 Millimeter Durchmesser, Stöße rund 90 Zentimeter überlappen lassen). In den Eckbereichen Bügel entsprechend statischer Berechnung anordnen. Dann den Ringanker schalen.

Wichtig: Die Deckenrandsteine müssen gedämmt sein (verhindert dort Wärmebrücken). Kurz vor dem Ausbetonieren des Ringankers die Mauerkrone und den Deckenrand anfeuchten. Das bringt einen besseren Verbund. Am nächsten Tag hat die Decke bereits ihre volle Tragfähigkeit.

Die Schlussphase

Der Bau des Kellers geht in die Schlussphase. Es steht die Vorbereitung für die Abdichtung der Kellerwände gegen Erdfeuchte an.

Zunächst die Wanddurchbrüche für Wasser, Strom, Wärmepumpe und den Erdwärmetauscher herstellen. Der Erdwärmetauscher besteht aus einem gewöhnlichen KG-Rohr, das in die Kellerwand eingemörtelt wird (auf ein Gefälle nach innen achten).

Spachteln von Grifftaschen, Fugen und schadhaften Stellen

Anbringen der Kellerisolierung Anbringen der Kellerisolierung Der nächste Schritt ist das Spachteln von Grifftaschen, Fugen und schadhaften Stellen in der Mauerwerk-Oberfläche. Dann kommt der „Feinschliff“: Für einen ebenen Untergrund alle Mörtelreste und vorspringenden Grate abschleifen. Zum Schluss der Vorbereitungen die komplette Oberfläche abfegen.

Jetzt beginnt die einzige am Bau erlaubte „Schwarzarbeit“: Zunächst die perfekt vorbereitete Wand grundieren, dann eine Lage Bitumendickbeschichtung zwei bis drei Millimeter dick auftragen. Dem Fundamentvorsprung (Hohlkehle) besondere Beachtung widmen (Bitumen-Masse bis auf die Bodenplattendämmung runterziehen). Alle Rohrdurchgänge ebenfalls gewissenhaft bearbeiten. Nach dem Abtrocknen der ersten Schicht wird eine zweite Lage auch wieder zwei bis drei Millimeter dick aufgetragen. Achtung: Den Herstellerhinweis „Werkzeuge nach Gebrauch reinigen“ kann man vergessen. Das Material ist so hartnäckig, es haftet für immer am Werkzeug – aber auch an der Wand (beruhigend!).

(Ronny Meyer)

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