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Ronny Meyer: Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip

Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip:
Bodenplattendämmung, Kellerbau

Ronny MeyerDer Darmstädter Bau-Ingenieur und TV-Moderator Ronny Meyer zeigt in seinem neuen Buch „Bauen nach dem Hot-Dog-Prinzip“ wie einfach energie­effizientes Bauen ist. Hier stellen wir nun weitere nützliche Tipps aus diesem Buch vor.

Bodenplattendämmung

Oft hört und liest man von „unbeheizten Kellern”. Sogar Fachleute benutzen noch vereinzelt diesen Begriff, obwohl jeder Keller beheizt ist. Selbst wenn in Waschküche, Werkstatt und Hobbyraum kein Heizkörper montiert wurde und auch keine Fußbodenheizung liegt, so gelangt doch Wärme aus dem Erdgeschoss durch Transmission und Konvektion ins darunter liegende Stockwerk.

Ein sehr teurer Fehler ist es, das Kellergeschoss (auch bei „unbeheizten Kellern”) nicht zu dämmen. Denn kostspielig erzeugte Wärme würde sich still und heimlich durch Kellerwände und Bodenplatte einen Weg ins Erdreich bahnen (Wärme wandert immer von der warmen zur kalten Seite). Es muss nun im ersten Bau-Schritt geprüft werden, ob die Dämmung der Bodenplatte innen oder außen (also ober- oder unterhalb) liegen soll.

Eine Dämmung auf der Bodenplatte liegt zwar schön im Trockenen, sie hat aber Nachteile: Es gibt erhebliche Verluste bei der Raumhöhe, und die Unterbrechung der Dämmung durch tragende Wände führt zu lästigen Wärmebrücken.

Eine Dämmung unter der Bodenplatte ist wärmebrückenfrei.Wirklich gut geeignet ist Glasschaumschotter, der neben perfekter Wärmedämmung auch als kapillarbrechende Schicht dient. Und eine separate Sauberkeitsschicht aus Beton ist komplett überflüssig.Weiterer Vorteil: Auch auf sogenannte Frostschürzen und Streifenfundamente kann verzichtet werden. Das spart viel Zeit und reduziert die Baukosten.

Lernen Sie jetzt den Alleskönner Glasschaumschotter kennen, der übrigens unter anderem aus Altglas hergestellt wird und ein hundertprozentiger Naturbaustoff ist (Recycling-Produkt).

Kellerbau

Billig-Kellerwände aus schlechten Steinen nachträglich zu dämmen, wenn die Energiepreise weiter explodiert sind, ist eine Strafe (man muss den Garten aufgraben). Deshalb ziehen wir schon beim Keller alle Energiespar-Register. Wir bauen so, wie es das „Hot-Dog-Prinzip“ fordert und wählen 36,5 Zentimeter dicke Porenbetonsteine mit besten Dämmwerten (die Poren im Porenbeton erinnern tatsächlich ans Hot-Dog-Brötchen).

Und jetzt wird in die Hände gespuckt: Der Kellerbau beginnt mit dem höhenmäßigen Vermessen der Bodenplatte (nivellieren: denn Bodenplatten sind immer uneben). Der erste Stein wird in jener Ecke gesetzt, die dem höchsten Bodenplattenpunkt am nächsten liegt. Alle weiteren Ecksteine richtet man an diesem Eckstein aus und vervollständigt schließlich die unterste Steinschicht (Bildfolge auf der nächsten Doppelseite), So entsteht eine absolut waagerechte Lagerfuge. Das ist die Grundvoraussetzung für ein sauberes und zügiges Bauen mit Dünnbettmörtel, mit dem man keine Unebenheiten in der Lagerfuge ausgleichen kann.

Wichtig: Unter die erste Steinschicht gehört eine Sperrpappe oder Folie als Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit (alternativ: Dichtungsschlämme).

Sobald die erste Steinschicht liegt, geht‘s mit Dünnbettmörtel so richtig zur Sache. Es macht Spaß, zu sehen, wie schnell die Wände wachsen. Es zeigt sich, dass hochwertiges Bauen nicht aufwändiger ist als Billigbau – im Gegenteil. Denn beim Porenbeton-Mauerwerk ist es so wie beim Glasschaumschotter der Bodenplattendämmung: Eine geringfügig höhere Investition ins Material führt zu Einsparungen bei den Lohnkosten.

Achtung: Innenwände bindet man später mit Mauerankern oder Gewebebändern ein („Stumpfstoßtechnik“), Auch das spart Zeit gegenüber der alten Technik („Verzahnung“),

Porenbeton-Kellermauerwerk und seitlicher Erddruck: Passt das zusammen? Ja, na klar! Viele Statiker rechnen im Keller zwar lieber Betonwände, weil das Computerprogramm das so vorgibt (Motto: „Das haben wir schon immer so gemacht!“). Achtung: Super-GAU! Beton ist ein Wärmeleiter, der hauptberuflich Wärme nach draußen befördert. Die Lösung bei hohem Erddruck: Einen Keller aus Porenbeton plus Ringbalken bauen. Wenn diese Stahlbeton-Verstärkung betoniert ist, einen Tag warten. Dann geht‘s weiter wie gewohnt: Dünnbettmörtel aufziehen, Steine setzen. Überall dort, wo keine Fenster und Türen vorgesehen sind, zieht man nun die Wände bis zur endgültigen Höhe hoch.

Sobald die Außenwände stehen, wird die erste Steinschicht der Innenwände auf der Bodenplatte in Normalmörtel gesetzt (auch dort die Horizontalabdichtung nicht vergessen). Ab Schicht Nummer zwei wieder mit Dünnbettmörtel arbeiten. Den Anschluss an die Außenwände über die zuvor platzierten Maueranker herstellen. Zum Schluss die Stürze setzen.

Dünnbettmörtel-Technik hilft Energiesparen

Der „Volksmund“ nennt die Dünnbett-Technik „kleben“. Das klingt nach Kindergarten-Bastelstunde, ist aber totaler Unfug. Dünnbettmörtel ist perfekter Mörtel (quasi wärmebrückenfrei!). Und kein Kleber. Dünnbettmörtel- Mauerwerk kann sogar höher belastet werden als Wände mit altertümlichen 12-Millimeter-Mörtelfugen! Übrigens: Auch die Stoßfugen sind beim Porenbeton wärmebrückenfrei. Weil man die Steine millimetergenau zusägen kann, entstehen homogene Mauern (Mörtel auf Pass-Stück von unten aufziehen, dann den Stein einfügen). So sieht der Rohbau nicht nur klasse aus, sondern man spart auch ein Leben lang hohe Heizkosten.

Dünnbettmörtel

Dünnbettmörtel

(Ronny Meyer)

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