Bauen
Das kleine Energiespar-Glossar
Energiesparen ist seit langem auch für Bauherren ein wichtiges Thema, das mit der bevorstehenden Einführung des Energiepasses zusätzliche Aktualität erhält. Doch mit dem Fachjargon tun sich viele Häuslebauer schwer. Dieses kleine Energiespar- Glossar soll dabei eine Orientierungshilfe bilden.
Jahresheizwärmebedarf
Der Begriff bezeichnet die Wärmemenge, die aufgebracht werden muss, um eine angenehme Innentemperatur zu halten. Gemessen wird der Jahresheizwärmebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a). Berücksichtigt werden bei der Ermittlung nicht nur Verluste durch die Außenwände und beim Lüften, sondern auch Gewinne durch die Sonneneinstrahlung und die Wärmestrahlung des Menschen.
Primärenergiebedarf
Neben dem Energiebedarf für Heizung, Warmwasser und Haushaltsstrom werden auch die Verluste berücksichtigt, die von der Gewinnung des Energieträgers über die Aufbereitung bis zum Transport zum Gebäude anfallen. Zur Ermittlung wird der Energiebedarf eines Gebäudes mit dem Primärenergiefaktor multipliziert. Bei Holz beträgt dieser Faktor 0,2, bei Heizöl und Gas 1,1, bei Strom 3. Das bedeutet: Ein mit Holz beheiztes Haus hat einen viel niedrigeren Primärenergiebedarf als eines, das mit Öl oder gar mit Strom beheizt wird.
Niedrigenergiehaus
Seit Einführung der Energieeinsparverordnung ist das Niedrigenergiehaus gesetzlich vorgeschriebener Standard im Neubau. Der Jahresheizwärmebedarf darf 70 kWh/m²a nicht überschreiten. Das erreicht man mit einem sehr guten Wärmeschutz, Luftdichtheit, Wärmeschutzverglasungen, einer kontrollierten Wohnungslüftung und der Vermeidung von Wärmebrücken.
Passivhaus
Hier wird ein gutes Innenklima ohne aktives Heizungs- und Klimatisierungssystem erreicht. Mit max. 15 kWh/m²a liegt der Jahresheizwärmebedarf um 80 Prozent unter dem eines Niedrigenergiehauses und sogar um mehr als 90 Prozent unter dem eines konventionellen Gebäudes. Dies darf aber nicht auf Kosten eines hohen Stromverbrauchs gehen. Daher darf der gesamte Primärenergiebedarf pro Quadratmeter Wohnfl äche im Jahr höchstens 120 kWh betragen. Erreicht wird dieser Wert durch die konsequente Einhaltung der beiden Grundprinzipien: Wärmeverluste vermeiden und Wärmegewinne optimieren, dem Hot-Dog-Prinzip.
Luftdichtigkeit
Die von der Energieeinsparverordnung geforderte Luftdichtigkeit eines Hauses lässt sich mit dem Blower- Door-Test nachweisen. Dabei wird mit einem Ventilator ein Unterdruck im Haus erzeugt, und der Luftstrom überprüft. Die Luftwechselzahl bei Häusern ohne Lüftungsanlagen darf den Kennwert 3, bei Häusern mit Lüftungsanlagen den Wert 1,5 nicht überschreiten. Das heißt: Bei einem leichten Wind, wie ihn der Test simuliert, darf die gesamte Luftmenge in einer Stunde nicht häufi ger als dreibzw. 1,5-mal ausgetauscht werden.
U-Wert
Er steht für die Wärmemenge, die in einer Stunde durch eine Bauteilfl äche von 100 m² transportiert wird, wenn zwischen innen und außen ein Temperaturunterschied von zehn Grad besteht. Der U-Wert wird angegeben in Watt durch Quadratmeter, multipliziert mit Kelvin (W/m² K). Ein guter U-Wert liegt für das Dach oder die Außenwand bei etwa 0,2 W/m² K, für ein gutes Fenster bei 0,8–1,0 W/ m² K. Quintessenz: Je niedriger der Wert, desto besser. Früher hieß der U-Wert übrigens k-Wert – die Bedeutung blieb die gleiche.

